BRK Auerbach zur Übung in Karlsbad

Veröffentlicht am 14.04.2017
Übungsgelände "Welt der Rettungskräfte" in Karlsbad
Unser Team bei der Versorgung einer Verbrennung kombiniert mit einer allergischen Reaktion
Die Patienten-Übergabe an das Team im tschechischen Krankenhaus

Eine gemeinsame Übung bayerischer und tschechischer Rettungsdienstler fand am 11. April 2017 in „Welt der Rettungskräfte“ in Karlsbad statt.

 

Die Übung Salvátor beleuchtet die Rahmenbedingungen der beiden Rettungsdienstsysteme um schlussendlich daraus bestmögliche Bedingungen für den grenzüberschreitenden Rettungsdienst in Bayern und den Regionen Pilsen, Karlsbad und Südböhmen schaffen zu können. So standen die unterschiedlichen Arbeitsweisen beim Notfallpatienten, die Besonderheiten bei der Patientenübergabe im Klinikum und die Dokumentation der alltäglichen Rettungsdiensteinsätze im Fokus der Übung und der sich anknüpfenden Datenauswertung.

 

An vier Stationen galt es insgesamt sieben Patienten zu Versorgen. Die Fallbeispiele reichten vom Inhaftierten, der in seiner Zelle einen Herzinfarkt erlitt und schließlich reanimiert werden musste, über ein Mädchen welches mit hyperglykämischen Koma im Badezimmer aufgefunden wurde, bis hin zu einem Feuerwehrmann, der aus großer Höhe stürzte und in Form einer Traumaversorgung behandelt werden musste. Alle Patienten wurden von einem Kollegen des Tschechischen Roten Kreuzes geschminkt. Gemimt wurden die Patienten von Studenten der Universität Pilsen.

 

Vor Ort waren vier Teams aus Tschechien und vier Teams aus Bayern. Die bayerischen Teams wurden jeweils von einer Rettungsdienststudentin oder einem Rettungsdienststudenten aus Tschechien unterstützt. Jede, aus drei Helfern bestehende, Rettungswagenbesatzung musste alle vier Stationen durchlaufen. Betreut wurden alle vier Stationen von einem Kommissar (Schiedsrichter), welcher eine Bewertung der Maßnahmen vornahm. Manfred Maurer vom Kreisverband Tirschenreuth betreute die Station mit dem abgestürzten Feuerwehrmann.

 

Aus Bayern haben die vier Teams mit Markus Popp und Markus Kirzdörfer (BRK Kreisverband Amberg-Sulzbach), Richard Cruz und Daniel Herzberg (BRK Kreisverband Tirschenreuth), Manuel Maierhöfer und Florian Dvorak (BRK Kreisverband Tirschenreuth), Hans Männer, Raimund Köstler und Bastian Maurer (BRK Kreisverband Tirschenreuth) teilgenommen. Als Beobachter waren Dieter Hauenstein (BRK Bezirksverband Niederbayern/ Oberpfalz), Herbert Winkler und Erwin Steiner (BRK Kreisverband Tirschenreuth) sowie Manfred Aschenbrenner, Robert Konrad, Josef Ott und Daniela Owerdieck (Team Gü-RD) vor Ort.

 

Das Augenmerk lag während der Übung auf der Versorgung der Notfallpatienten. Aber auch der Patiententransport, die Dokumentation und die Übergabe des Patienten in einer Notaufnahme waren Bestandteil der Übung. So mussten bayerische Teams ihre Patienten stets in der tschechischen Notaufnahme des Übungsgeländes an das tschechische Klinikpersonal übergeben. Tschechische Rettungsdienstteams brachten ihre Patienten in die bayerische Notaufnahme. Die Notaufnahme des tschechischen Krankenhauses wurde von MUDr. Jiří Růžička vom Zdravotnická záchranná služba Plzeňského kraje (Rettungsdienst der Region Pilsen) betreut. Dr. med. Andreas Dauber (Chefarzt Zentrale Notaufnahme am Klinikum Weiden) übernahm die Betreuung in der deutschen Klinik. Das Rettungsdienstpersonal musste somit den Patienten im Krankenhaus immer fremdsprachigem Personal übergeben. Den Teilnehmern standen insbesondere für die Übergabe in der Notaufnahme Piktogramme zur Verfügung. Die Piktogramme waren bei der strukturierten Übergabe eine große Unterstützung, um sprachliche Barrieren zu überbrücken. Insgesamt haben die Übergaben in den Notaufnahmen sehr gut funktioniert.

 

Die Übung wurde nicht als Wettbewerb durchgeführt. Es ging nicht darum, das beste Team zu ermitteln. Gewinner waren letztendlich alle Teilnehmer der Übung. Die anfängliche Skepsis ist bei allen schnell gewichen. Die Teilnehmer haben durchweg ein positives Fazit gezogen und konnten ihre eigenen Erfahrungen weiter ausbauen und mit einem Blick über den Tellerrand auch die Versorgungsstrategien der tschechischen Kollegen kennenlernen.

 

Die Übung ist Bestandteil des von der Europäischen Union geförderten Projektes „Koordinierungskonzept Grenzüberschreitender Rettungsdienst“. Insgesamt finden während der Projektlaufzeit fünf dieser Übungen statt. Organisiert werden die Übungen von den tschechischen Projektpartnern (Universität Pilsen und Rettungsdienst der Region Pilsen). Verantwortlich für die Organisation war Mgr. Petr Kunášek vom Rettungsdienst der Region Pilsen.

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